Kategorie: persönlicher Blog

Wer ist eigentlich Happy?

Man könnte meinen, mein neuer Blogpost könnte auf die persönlichen Befindlichkeiten einzelner Leser abzielen. Weit gefehlt 😉 Jeder aufmerksame Leser, der nicht nur diesen Artikel liest, hat schon mitbekommen, das zu uns noch eine große schwarze Begleitung gehört. Happy! Happy ist ein “Schwarzer russischer Terrier”

Wir haben Happy seit Dezember 2016

Damals ist unser Paul, auch ein schwarzer Russe, über die Regenbogenbrücke gegangen. Paul war ein Seelenhund, vor allem von Thomas. Dazu muss man wissen, dass sich die Russen in der Regel, eine Bezugsperson aussuchen. Die Familie, also das Rudel ist heilig, aber eben einer ganz besonders Eigentlich kann man keinen Schritt alleine machen. Sie sind immer an einem. Leise und nicht störend, aber eben bei einem. Paul hatte leider Krebs und im Alter von 9 Jahren mussten wir ihn leider gehen lassen.

Wenn man sich nun vorstellt, das vorher 9 Jahre immer einer bei einem war, Sthl nach hinten Rücken, Achtung Hund, etwas aus dem Garten holen, der Schatten folgt, die Tür klingelt, Paul bellt, wir haben eine etwas meinungsstarke Diskussion, Paul kommt und legt den Kopf auf Hand, Arme, Bauch…. alles ganz normale Alltagssituationen und auf einmal: NICHTS….

kein leises schnarchendes Geräusch, nichts liegt hinter einem, keiner folgt… Es entsteht eine unglaubliche und sehr unangenehme Ruhe. So ruhig, dass man selbst regelrecht ausbrechen will. Ein unbeschreibliches Gefühl.

Jeder geht sicher anders mit Trauer um und ich kann euch sagen, Thomas hat schwer getrauert und ich fürchte, wenn er selbst später diese Zeilen liest, wird sicher auch heute noch, eine Träne kullern.

Aber wir waren uns zum Glück einig,

die Ruhe ist unerträglich und was uns jetzt am besten hilft, ein neuer Begleiter. Wir wollten eigentlich wieder einen Welpen bei uns aufnehmen und suchten die entsprechenden Foren ab, um zu sehen, wer hat demnächst einen Wurf schwarzer Terrier. Einige Züchter schlossen wir aus, Russen sind toll, keine Frage, aber nicht einfach.

Liebe Leute an dieser Stelle, eine Herzensangelegenheit: bitte überlegt gar nicht erst, so eine Rasse anzuschaffen, wenn ihr nicht wirklich Ahnung habt und bereit seid, trotzdem weiter zu lernen, zu lesen und euch zu entwickeln. Ihr habt da mindestens 50 kg Hund, die aus Rassen zusammengezüchtet wurde, die alle nicht ohne sind. Und der Mix macht es. Falls mich gleich einige hier steinigen und sagen, quatsch der ist doch ganz lieb, ein Familienhund…

Ja, kann auch mal passieren, aber in den auch nur ansatzweise falschen Händen, wird der Russe eher zur unkontrolierbaren Waffe, als zum netten Schoßhund. Und raus kommt dann unser Nachfolger(in). Ihr offizieller Name Happy-Masha vom Kellergeist. 2011 geboren, konnte sie die ersten Jahre ihres Lebens, ihren Namen leider nicht zum Programm machen.

Als Welpe

kam sie zu einem Polizisten nach Berlin-Spandau. Schon seine damalige Aussage bei der Züchterin, hätte sie eigentlich aufhorchen lassen müssen. Er wollte einen großen starken Hund zu seinem Schutz. Er wohne ja in Berlin und gerade in seiner Wohngegend würde es immer gefährlicher werden, da bräuchte er eine adäquate Begleitung. Gut, wenn man sich gar nicht in Berlin auskennt, mag man das so hinnehmen.

Wir selbst hatten mal eine Ferienwohnung in Berlin Spandau. Eine Paralellstrasse entfernt. Zufälle gibts… Jedenfalls, wenn es in Berlin irgendwo sicher ist, ruhig, gute Wohngegend – weiß ich nicht, was er meint bzw. vorhatte.

Immerhin ging er regelmäßig zum Hundeplatz. Er brachte ihr, das merken wir noch heute, sämtliche Komandos bei, die sie sicher abrufen kann, wenn man ruhig und gelassen bleibt, in jeder Situation. Wird man allerdings energischer, versteift der Hund und spätestens jetzt sollte man sich klar sein, welche Bewegung man noch macht. Zumindest damals, al wir sie bekamen.

Auf dem Hundeplatz wurde wohl weiter “geübt”

Grundkomandos reichten längst nicht mehr, Happy sollte “scharf” gemacht werden. Sie war ihm ständig zu “lasch” zu ängstlich… Ja hätte man sich länger mit dem Züchter beschäftigt, wüsste man, das Happys Mutter schon als Angsthund bekannt war.

-Ich weiß bis heute nicht, warum man damit dann züchtet, manchmal zählt eben nicht nur Körperbau und Angsthunde in der Größe, können unberechenbar werden, aber….

sie züchtet heute keine schwarzen Terrier mehr. Nach Riesenschnauzer und eben Russen, hat sie sich heute den nächsten vermeintlichen Modehund ins Visier genommen… wers mag. Immerhin hat sie dem damaligen Besitzer öfter gewarnt, lass gut sein, die ist doch toll, sie hört so gut usw.

Sie übernahm für den Besitzer weiterhin die Fellpflege bzw. das scheren und trimmen von Happy, deshalb hatten sie regelmäßigen Kontakt. Nach vier Jahren muss dann der befürchtete Umkehrschluss passiert sein. Happy wehrte sich.

Kein Besuch konnte mehr in die Wohnung, sie pöbelte alle Menschen an, ging auf sie zu und griff sie an. Tja, jetzt hatte er seinen scharfen Terrier und wurde nicht mehr Herr der Lage. Was macht man, der Gang zum Tierarzt stand an. “Bitte einmal totspritzen, ich komme nicht mehr klar”!

Es gibt zum Glück gute Tierärzte!

Er war zumindest soweit gut, dass er nickte, Happy nahm und das Herrchen wegschickte. Er rief die Züchterin an, hier bekommt sie wieder ein Sympathiepunkt von mir, diese setzte sich ins Auto und holte Happy ab. Bzw. versuchte es.

Der Tierarzt hatte in der Zwischenzeit seine Praxis verlassen, Happy an den Behandlungstisch gebunden und war verschwunden. Sie konnte durch einen Hintereingang rein und versuchte sich ihr zu nähern, was anfangs misslang, weil sie sich natürlich aggresiv zeigte.

Ich bin mir nicht sicher, ob folgende Geschichte stimmt, die die Züchterin mir nun erzählte, vielleicht mag ja mal Jemand im Kommentarfeld seine Erfahrung schreiben 😉 : Es gibt wohl Züchter, die ihre Welpen auf ein bestimmtes Wort in den ersten Lebenswochen prägen.

Ein ungewöhnliches Wort, so dass die Hunde es nicht ständig im späteren Leben von anderen Menschen hören. Wenn man nun später seinen früheren Welpen schnell erkennen möchte, spricht man im gleichen Ton dieses Wort aus, auf das der Welpe ursprünglich geprägt war.

Angeblich erkennen dann die Welpen das sofort und kommen auf einen, in diesem Fall völlig argressionlos, auf einen zu. Gut, es scheint ja irgendwie funktioniert zu haben… Happy lebt!

Zurück bei der Züchterin,

wurde ein neues Zuhause für Happy gesucht. Nicht nur die Züchterin suchte im Bekanntenkreis, sondern sie schaltetete auch die Betreiber von “Schwarzer Terrier in Not” ein. Hier sahen wir damals das Profil von Happy das erste Mal und hatten schon das erste Mal überlegt. Allerdings, Paul lebte, unser Seelenhund und wie toll er auch war, er war auch sehr “besitzergreifend”. Hunde? Was hat er damit zu tun? Er war priviligiert 😉 meinte er…. ne, Spaß beiseite, er war eher der Einzelgänger, ein stolzer und stattlichr Rüde, der mit seinesgleichen nichts am Hut hatte. Spielen? Ja, Ball und Fährtenspiele, aber mit anderen Hunden? Langweilig…

Wir hätten gern geholfen, entschieden uns aber zugunsten von Paul dagegen. Happy kam in eine Familie mit einem weiteren “Russen”. Unter anderem im Gepäck , einige Ratschläge. Ängstlicher Hund, der auch aggressiv werden kann, bitte nur erfahrene Halter, keine Kinder und ganz wichtig: NICHT KUSCHELN!!!!

Ok, das ging mit ach und krach ein dreiviertel Jahr gut, dann musste sie wieder weg. Wieder sehr liebe Menschen, die glauben, alles retten zu müssen, ohne sich mit der Thematik und der eigenen Leistungsfähigkeit auseinander setzen zu können.

Sorry Leute, da bin ich gnadenlos… Tiere retten, heißt nicht einfach holen und ein vermeintlich schönes zu Hause zu schenken. Man muss sich damit aueinander setzen, was mache ich mit dem Tier, wie kann ich eine “Umprogrammierung” des seit Jahren falsch erlernten vornehmen etc. Happy musste von dieser Familie weg, weil sie doch meinten, ach so ängstlich, da muss ich ganz lieb sein und kuscheln, das hat sie doch nie bekommen… was ist passiert?

Erst hat sie den langjährig vorhandenen Rüden massiv gemoppt und dann beim “kuscheln”? Happy schnappt gezielt in den Kopf und zwar mit dem gesamten Maul! Zur Beruhigung sei gesagt, sie hat zum Glück eine enorme Beißhemmschwelle. Heißt, wenn der Kopfschnapper kommt, ist es nie zu ernsthaften Verletzungen gekommen. Sie reißt in Millisekundenschnelle ihren Kopf Richtung Menschenkopf, dieser wiederum wird fast vollständig “ins Maul” genommen, aber nicht zugebissen.

Aber seid mal ehrlich, 1.) der Schock sitzt tief nach so einem Moment und 2.) die Gefahr ist trotzdem riesig. So ein Russenzahn im Auge, braucht auch keiner.

Die Familie gab auf

und die Plattform “Schwarzer Terrier in Not” wurde wieder eingeschaltet. Happy musste schnell weg, kam somit leider auf eine unkontrollierte Pflegestelle. Wieder online gestellt, hab ich sie entdeckt. Das war 2016, Paul war tot, wir litten unter dieser abartigen “Ruhe” und hatten uns eigentlich schon über einen möglichen Welpenkauf geeinigt. Happy-Mascha, eine Hündin, inzwischen 5-jährig… alles Kriterien, die wir so gar nicht wollten.

Erst Recht nicht bei dieser Rasse. Nicht missverstehen, wir lieben die Rasse, wir haben auch gerde für diese Rasse das perfekte Umfeld, aber bitte, einen Welpen, den wir so erziehen und auch ein wenig noch prägen können, wie wir uns diese Hunde vorstellen. Thomas wollte außerdem nie eine Hündin! Auf gar keinen Fall!

Nach einigen Diskussionen, Anrufen bei Annette (“Schwarzer Terrier in Not”) und der Erkenntnis, ok gerade solche Hunden können wir auch gerecht werden und gerade Happy hätte es verdient, eine Chance zu bekommen, verabredeten wir uns. Wie berichtet, handelte es sich auf Grund von einer extremen Notsituation. um eine ungeprüfte Pflegestelle. Also haben wir mit Annette abgesprochen, ok wir fahren da mal hin und gucken uns diese Pflegestelle einmal an. Wieder ein Zufall, die Pflegestelle war nur rund 50 Kilometer von uns entfernt.

Dezember, 16.00 Uhr schon dunkel,

ein kleines Dorf, schlechte Beleuchtung. Haus gefunden, leider keine Klingel am Zaun, also ab auf das Grundstück. Vorabinfo war, eine Familie mit zwei Kindern und 4 weiteren Hunden und Happy (inkl. ihrer Geschichte). Ein wenig mulmig ist einem da schon, wenn man so ein Grundstück betritt ohne sich bemerkbar machen zu können. Nach ein wenig suchen, fand ich den Hauseingang und wir klingelten. Wildes Gebell ertönte nahtlos…. eine Frau mit Happy an einem Kettenhalsband haltend, öffnete uns. Happy tickte ordentlich aus!

Begrüßung oder auch nur ähnliches waren nicht möglich. Durch die neben der Tür befindliche Glasscheibe, erspähte ich einen Esstisch mit Stühlen und bat die Frau, Happy festzuhalten und ob wir uns erstmal setzen können. Unsere Taschen waren mit reichlich Leckerlis gefüllt und die Russen neigen dazu, wenn jemand im Wohnraum sitzt, diesen zwar mit Argwohn zu betrachten, aber nicht anzugreifen. Ich hoffte inständig, das dies auch auf Happy zutrifft.

TREFFER!!!!

Jetzt reagierte sie eher ängstlich, nahm keine Leckerlis und beäugte uns zurückhaltend. Die Pflegedame holte zur Unterstützung eine weitere Hündin, die auch Happy etwas auftauen ließ. Unser anschließendes Gespräch wurde etwas kurios.. eigentlich wollte sie Happy nicht mehr abgeben.

Es folgten Behauptungen und andere Merkwürdigkeiten, so dass Thomas und ich uns mit stummen Augenblicken schnell einig waren, Happy kann hier nicht bleiben. Nächste Schwierigkeit, wie nehmen wir sie mit? Thomas fackelte nicht lange, nahm die mitgebrachte Leine und klickte sie im Kettenhalsband ein. Happy beantwortete diese Aktion mit einem ebenfalls nicht lang gefackelten Schnapper in seine Hand.

Dank der Beißhemmschwelle, ohne Verletzung überstanden! Dank Pflegedame hatten wir folgende Beschreibung im Gepäck: steigt nicht ins Auto, ist nicht stubenrein, geht nicht an der Leine, hört nicht auf ihren Namen etc. Nun gut, keine Ahnung warum sie das erzählte, Fakt ist, sie ging brav mit, stieg ins Auto und weckte uns in der ersten Nacht um 4.00 Uhr, weil sie mal raus musste….

Unser bereits gebuchter Urlaub wurde storniert

(DomRep), wäre ja nicht Happygerecht. Stattdessen buchten wir unseren Weihnachtsurlaub auf Sylt. Viel Strand, viel Gegend, viele Möglichkeiten unseren Hund kennenzulernen. Spätestens hier merkten wir, es ist nicht Hopfen und Malz verloren. Da geht noch was und ganz wichtig, wir schworen uns, endlich ihren Namen zum Programm zu machen.

Wieder zurückgekommen,

forschte ich in Happys Vergangenheit und versuchte so viel wie möglich über sie und auch ihre Vorfahren, Aufwuchsbedingungen etc. herauszufinden. Nur deshalb kann ich hier so ausführlich berichten. Trotzdem bekommen wir natürlich nicht all ihre Schlüsselerlebnisse zusammen. Es gibt schlimme Vermutungen, die aber hier nicht thematisiert werden sollen, es sind eben “nur” Vermutungen, auf Grund ihres Verhaltens. Ja, auch wir haben anfangs ihre Distanz überschritten und hatten beide, Thomas und ich, selbst Ulrike diese Kopfschnappererlebnisse. Thomas und ich 2x, Ulrike 1x.

Eindeutig, es war unser Fehler. Das heißt nicht, das Happy das darf, aber einen traumatisierten und überforderten Hund im besten Alter zu übernehmen, heißt, hineinhorchen, um etwas zu ändern. Wenn wir dazu nicht in der Lage sind, versagen wir und provozieren zu Fehlverhalten.

Heute, fast drei Jahre später,

haben wir vieles im Griff. Happy versteht sich gut mit Hunden, wobei, sie akzeptiert andere Hunde, für Spiele mit anderen Hunde, ist auch sie nicht zu erwärmen. Menschenbegegnung außerhalb unseres Grundstücks, kein Problem, alles was vermeintlich ihr gehört bzw. in ihrem Schutzbereich unterliegt, ist unsere Konzentration gefragt. Es funktioniert, wenn man einige Dinge beachtet. Links neben ihr liegt übrigens “Pauli”. Auch ein “geretteter” Hund aus Portugal, von Ulrike und ihrem Freund Sören.

Abschließend,

wir lieben unsere Happy!!! Und würden sie nie wieder hergeben. Ich denke auch, dass wir es inzwischen geschafft haben, aus ihrem Namen Programm zu machen. Sie ist angekommen. Es gibt weiterhin ein paar Baustellen, aber die können wir kompensieren. Ja, sie ist nicht unser Seelenhund, den hat man wahrscheinich auch nur einmal im Leben. Aber sie ist so ein toller Hund und uns tut am meisten weh, dass wir nicht die Chance hatten, ihr von Anfang an, ein tolles Hundeleben zu schenken.

Gerade die letzten beiden Kurztrips,

bei denen Happy natürlich nicht fehlen durfte, haben noch einmal eine deutlich, positive, Veränderung gebracht. Camping ist für Happy auch eine Chance, noch dichter an ihre Menschen zu rücken. Was gleichzeitig bedeutet, Vertrauen zum Menschen. Das ist ja auch für sie eine komplett andere und veränderte Situation. Das hätte sie früher einfach nur verunsichert. Heute ist sie zwar auch noch misstrauisch, aber wir sind bei ihr und das ist ihr wichtig.

Der erste Ausflug mit dem piepermobil

Wer meinen persönlichen Blog liest, weiß dass wir unser piepermobil am 15. Juli abgeholt haben. Das passte perfekt in unsere Urlaubsplanung. Ab 20. Juli hatten wir Betriebsulaub und konnten so, vorab noch ein wenig einrichten und dann überlegen, wo soll es denn hingehen. Mit Camping hatte Thomas bisher nichts zu tun, einzig in der Bundeswehrzeit, beim ableisten des Wehrdienstes, wurde er mal “gezwungen”, unter einer Zeltplane zu schlafen. Ich meine mich an Erzählungen erinnern zu können, dass er sich am Folgetag, Dienstunfähig hat schreiben lassen.

Foto von 1990, anstreichen des Wohnwagens

Ich hatte bis dato auch wenig mit Camping zu tun. Kurz nach Grenzöffnung haben mein damaliger Mann und ich mal für 50,00 DM! einen Wohnwagen gekauft. Diesen mit Farbe und ein wenig Stoff “aufgehübscht” und ihn mittels eines (fast) PS-losen alten Golf nach Warnemünde gezogen und ihn dort auf einem Parkplatz, in der Nähe der Promenade abzustellen. Der Wohnwagen stand dann vom Frühjahr bis Herbst dort und gekostet hat das damals 2 Dosen Feldschlösschen Bier für den Parkplatzwächter. Unglaublich heutzutage! Aber gut, die Wochenenden sind wir damals oft hochgefahren, lagen dann am Strand und genossen das Leben. Der Wohnwagen diente ausschließlich zum schlafen. Mehr wat da auch nicht möglich. Wasser oder gar Strom? Das gabs da noch nicht. Es war ein Parkplatz und nicht mit den heutigen Stellplätzen zu vergleichen. Ehrlich gesagt, weiß ich heute auch nicht mehr, oder ich habe es verdrängt, wie man seine natürlichen Bedürfnisse losgeworden ist….. Aber gut, ich will nicht abschweifen, sondern zu unserem ersten Ziel kommen:

Natürlich haben wir beim ersten Trip gedacht, ok einfach losfahren und mal sehen, wo uns die Reise hinführt. Mit dem piepermobil sind wir autark, wir brauchen nichts, wir haben alles. Strom, Wasser, Toilette, Dusche und was zu essen inkl. Aber…. wir fahren das erste Mal, wir kennen unser piepermobil noch gar nicht, wir haben unsere “Happy” mit, die nächsten Tage wird es mächtig heiß und es ist Hochsaison. Na gut, dann halt doch spießig, Ziel vorab aussuchen, zumindest die Richtig. Dann sind wir auf diverse APPs gestoßen, die man perfekt nutzen kann, um unterwegs zu gucken, wo ist noch etwas frei und was bietet der Platz. Am Tag der Abreise, haben wir genau diese Apps nochmal gecheckt und festgestellt, in die Richtung, wo es uns hinzieht, sind Campingplätze so riesig, dass sie für 2.000 und mehr Caravans Platz bieten. NEIN, das ist uns zuviel. Wir wollten gern an Wasser, die Ostsee erschien uns perfekt und aus der Erinnerung, fand ich Warnemünde und Umgebung reizvoll, aber beim ersten Camping auf einen soooo riesigen Platz, da hatte ich doch ein wenig bammel. Also noch etwas weiter und Bewertungen und Beschreibung, ließen uns beim Naturcamp Pruchten, hellhörig werden.

Da es vermeintlich das Einzige weit und breit in der Gegend war, was unseren Vorstellungen entsprach, rief ich noch morgens vor Fahrtbeginn an und fragte nach einem Platz für uns. “Kein Problem, kommen Sie mal rum”, sagte eine freundliche Stimme am anderen Ende der Leitung. Bepackt und aufgetankt fuhren wir also los, Richtung Pruchten.

Wir fuhren gemütlich los, Happy hatten wir die vorherigen Tage schon etwas an das ungewöhnlich schaukelnde Riesenschiff gewöhnt, trotzdem als erster Tipp für alle Hundebesitzer: findet einen festen Platz und schnallt den Hund an. Selbst wenn dein “Fiffi” nur ein paar Kilo wiegt, bei einer Gefahrenbremsung, kann es zum ungewollten Geschoss werden, der nicht nur für “Fiffi” schnell tödlich endet, vielmehr auch Fahrer und Mitfahrer aufs schwerste verletzten kann. Im Vorfeld hatten wir schon Tage diskutiert, Thema rauchen! Ich bin “Extrem”-Raucher, am liebsten beim arbeiten und Autofahren. Bisher hieß das Fenster auf und für Abzug sorgen. Da aber Thomas Nichtraucher ist und vor allem unsere liebe Tochter Ulrike, mir immer wieder versicherten, “Dein Fenster auf, ist nur eine bequeme Ausrede, es stinkt trotzdem im Auto”, habe ich mich geschlagen gegeben. Schließlich möchte ich keinem Mieter vom piepermobil zumuten, dass unser piepermobil nach Rauch stinkt. Also, Pausen einplanen. Würde eigentlich bei mir heißen, alle halbe Stunde anhalten, aber manchmal kann ich mich auch zusammenreißen.

Die erste Pause legten wir ungefähr auf halber Strecke ein. Thomas hatte Hunger, Happy musste mal raus und ich wollte eine rauchen. Nach gut 5 Stunden erreichten wir unser Ziel. Dort angekommen, gab es vor der Rezeption viele Parkplätze, so dass ich schnell reinhuschen und unseren Platz buchen konnte. Leichter gesagt als getan, der Platz war im Laufe des Tages ordentlich gefüllt worden, einen Platz konnten wir noch ergattern, mit dem Hinweis, am nächsten Tag wüssten sie noch nicht, aber ich sollte mal vorbeikommen. Liebe Leute, das geht gar nicht! Wenn ich morgens irgendwo anrufe, etwas reservieren möchte und man sagt mir, komm al rum, so gehe ich davon aus, das das dann auch klappt. Es hätte geklappt, wenn man rechtzeitig fest reserviert hätte. Die Begrifflichkeit rechtzeitig, konnte mir dort nur leider keiner erklären. Morgens anrufen, ist nie eine Reservierung, jedenfalls im Naturpark Pruchten. Schade eigentlich, einen Punkt ziehe ich für dieses undurchsichtige Prozedere leider ab. Unsern Platz haben wir Dank der mitggegbenen Übersichtskarte dann schnell gefunden.

Nun hieß es das erste Mal auspacken und aufbauen

Unter Beobachtung der ganzen Nachbarschaft. Die Stellplätze sind zwar ausreichend groß, ca. 80 – 100 m², aber alle haben natürlich Zeit und freuen sich auf Abwechslung. Wenn man das ganze schon oft gemacht hat, sicher kein Problem, aber das erste Mal Markise ausrollen, natürlich fällt einem dann der Griff ständig ab, peinlich… die Stühle habe ich mir als nächstes aus der Garage geholt, aufklappen kann ich… gut! Also wagen wir uns an den Tisch. Nun muss man wissen, dass Geduld nicht unbedingt die ausgeprägteste Eigenschaft von mir ist, Thomas, nun ja, ich sag mal so, wenn was nicht klappt, einpacken, wegschmeißen, taugt nichts. Diese gemeinsame Konstellation hat schon viele in ungläubiges staunen versetzt. Wir beide gelten nach außen als harmonisch. Kein Wunder, wir kennen uns schon so lange, dass jeder weiß, was man gemeinsam lieber vermeiden sollte.

Das funktioniert aber beim Camping nicht, wenn man zu zweit da ist und nur von einem riesigen schwarzen Mosterhund (Happy), die alles was sich uns nähert, auffressen möchte, begleitet wird. Also OOOOOHHHHMMM … “Schatzi? weißt du, wie das mit dem Tisch geht?” versuchte ich zu säuseln, mit einem bittersüßem lächeln. Ich wollte nur klar machen, ich bin hier gerade überfordert, du wirst das auch gleich sein, aber lass uns bitte keine Szene aufs Parkett legen, auch wenn uns hier niemand kennt! Unter der strengen Beobachtung, oder bildet man sich das nur ein?, wurschtelten wir uns ein wenig zurecht und tata… wir bauten den Tisch auf. Dann noch schnell mit dem Hund ne Runde und erste Getränke im angeschlossenen Mini-Markt erstehen. Hier muss ich gleich mein erstes Vorurteil begraben und ein fettes Lob aussprechen. Dieser Mini-Markt hatte alles, was man auf so einem Platz braucht und das zu Preisen, fast wie bei Lidl, Aldi oder sonst ein Discounter. Ich hatte mit dicken Kioskpreisen gerechnet, aber das ist hier wirklich sehr fair. Man kann sich für den nächsten Morgen Brötchen bestellen, für die die es nicht getan haben, werden aber auch einige noch vorgehalten. Danke, ich gehörte zumindet am ersten Morgen dazu…

Dann wieder zurück zum piepermobil. Es stand noch ein kleiner Herzenzwunsch auf meinem Programm. Meine Eintracht spielte heute abend und es wurde Live im Free TV übertragen. Also ganz cool, das hatten wir zu Hause schon ausprobiert, den Fernseher rausgezogen, positioniert, 2 Knöpfe gedrückt und schon ertönte ein leises brummen auf unserem Dach und die Satelitenanlage suchte sich automatisch ihre Position. Cool! programm gesucht und den Sieg von Eintracht gegen Magdeburg genossen. Geiler Saisonstart! Danach gingen wir erst raus und setzten uns an den zuvor aufgebauten Tisch und was jetzt folgte, waren ???? Was machen wir hier eigentlich? Wir haben zu Hause einen wunderbaren Garten, wir haben einen Schwimmteich, wir haben den nächsten Nachbarn nicht in sichtnähe und hier???? 😉

Essen, das hilft immer

Unser Grill war leider noch nicht angekommen, Lust zu kochen hatten wir eh nicht, also mal das Restaurant austesten, welches am Campingplatz neben dem Mini Markt beherbergt ist. Auch hier muss ich sagen, gute und vor allem preiswerte Küche, sehr angenehm. Allerdings ist unsere Happy zu Hause selten beim Restaurantbesuch dabei. Sie ist kein ganz einfacher Hund, bedingt durch eine schwierige Vergangenheit. Um Stress zu vermeiden, bleibt sie dann meist zu Hause. Aber im piepermobil wollten wir Sie nicht lassen. Also suchten wir auf der Außenterasse uns ein Plätzchen, etwas abseits. Wie schon erwähnt, die vergangenen Tage waren heiß und klar, irgendwann endet diese Periode. Wie? Natürlich mit einem ordentlichen Regenschauer. Unser Campingstart hat uns nicht gerade sehr glückliche Gesichter gezaubert

Dafür das Essen dann umso mehr

unser piepermobil kommt

Anfang 2019 wieder zurück im nasskaltem Deutschland, nahm uns vorerst die Arbeit erwartungsgemäß in Beschlag. Wie das so ist, all die Träume und Überlegungen, werden pflichtbewusst als “guter Deutscher Arbeiter” beiseite geschoben. Der Alltag hatte uns schneller wieder, als wir es uns vorstellen konnten. Neben der Arbeit zum Geldverdienen, engagiere ich mich ehrenamtlich im Reitverein. Hier stand demnächst eine anstrengende Mitgliederversammlung an, diese musste vorbereitet werden. Außerdem, ein weiterer fester Termin für den Reitverein, unser alljährliches Springturnier im Juni. Nimmt auch wieder Zeit in Anspruch.

Trotzdem haben Thomas und ich, unabhängig von einander, uns immer mal wieder mit Wohnmobilen beschäftigt. Wir guckten uns im Internet diverse Modelle an, verglichen Raumaufteilungen, machten uns mit den Fachbegriffen bekannt: Integriert, Teilintegriert, Allkoven, was steckt jeweils dahinter usw. Als wir uns bewusst wurden, dass jeder schon (heimlich) auf der Suche war, stellten wir schnell fest, diese ganze Internetrecherche bringt nicht viel. Wir müssen Wohnmobile endlich Live ansehen. Klar war dank Susan und Matthias, dass ein Kastenwagen zwar viel flexibler ist, gerade auf längeren Touren, aber von den Maßen uns langfristig nicht glücklichmachen würde.

Im Umkreis von Braunschweig, gibt es einige Händler. Jeder vertritt rund zwei bis drei Hersteller mit unterschiedlichen Ausführungen. Entweder es gefielen uns die Raumaufteilungen nicht oder bei einigen Herstellern der innere Gesamteindruck. Ein Händler, ganz in unserer Nähe, bot auch zwei verschiedene Hersteller an, mit unterschiedlichen Modellen. Ich verliebte mich das erste Mal. Da war es, mein Wunschmobil! Wenn nicht das große ABER.. kommen würde.

Vernünftigerweise hatten wir uns im Vorfeld ein Budget gesetzt. Ja, klingt vernünftig, sind wir aber nicht 😉 aber das “Wunschmobil” hätte es einfach um ein vielfaches gesprengt und ja, auch bei mir kommt manchmal die Vernunft durch. Also, weiter suchen.

Im Mai waren wir zu einem Kunden Richtung Berlin unterwegs. Auf dem Weg lag Magdeburg und dort ansässig, Palmowski. Ein Reisemobilhändler, mit diversen Herstellern und lt. Internet auch mt diverse Modellen vor Ort. Wir hatten uns einen Hersteller ausgesucht, der sowohl Integrierte, Teilintegrierte, Allkovenfahrzeuge anbot und alle Modelle sollten vor Ort zu besichtigen sein. Dem war zwar nicht so, aber es war schnell klar, dass die Marke Roller Team für uns nicht in Frage kommt. Dafür wurden uns weitere Wunsch-Details klar. Unser Wohnmobil soll ein Integrierter werden, gaaaanz wichtig, mit Automatikgetriebe und mein Wunsch, Toilette bzw. Waschraum, abgetrennt von der Dusche oder anders ausgedrückt, eine separate Dusche. Außerdem ist uns klar geworden, dass ein Wohnmobil, wenn man keine Vorkehrung trifft, echt beziehungsgefährdent kann. Ein kleines Beispiel, Thomas schläft gern, sehr gern und erst recht sehr, sehr gern, sehr lange. Ich würde das auch gerne, klappt aber meistens nicht. Habe aber deshalb volles Verständnis. Wenn ich allerdings aufwache, sind zwei Dinge existenziell: der erste Kaffee, mit der ersten Zigarette. Nun stellt man sich vor, ich stehe um 7.00 Uhr auf, Thomas im Urlaub um 11.00 Uhr. Man nimmt Rücksicht und verhält sich ruhig. Frage Wo? und ohne Kaffee? Keine Chance! Also, die Raumaufteilung sollte vorsehen, dass man ein Schlafzimmer hat mit einer Tür, so dass die Küche benutzbar ist. Klar, bei einem leichten Schlaf, hört man auch was hinter der Tür stattfindet, aber man ist etwas geschützt.

Ok, unsere Rahmenbedingungen wurden konkreter. Ein Gespräch mit dem Steuerberater musste noch erfolgen, denn eines war klar. Das Wohnmobil soll die Firma kaufen. Zum einen, können wir zukünftig viel flexibler unsere Kunden anfahren, Technik mitnehmen und unseren vor Ort Service ausbaue. Wir sind nicht mehr auf miese Hotels und Gasthöfe angewiesen, die wir ausreichend während vorangegangenen Touren kennenlernen “durften” und können vor Ort auch bei längerer Abwesenheit, Vor.-und nach den Vorortterminen, den Mailsupport erledigen. Unser Steuerberater hat bedenken, es gibt diverse Urteile, dass diese Wohnmobile von Finanzämtern nicht anerkannt werden. Nun gut, also geht zusätzlich unser zukünftiges Wohnmobil in die Vermietung, um sein Unterhalt noch ein wenig zu verdienen. Den Rest liebes Finanzamt, falls ihr gerade hier mitlest, diskutieren wir gerne aus. Ich bin sicher, dass ich die bessere Argumente habe 😉

Im Juni zog es uns geschäftlich Richtung Westen der Republik. Auf dem Weg lag, ach wie schön, der nächste große Händler für Wohnmobile. Wieder Palmowski, diesmal eben die Hauptniederlassung. Dank der vorher festgelegten Kriterien, konnten wir recht gezielt, einige Modelle ansehen. Wir hatten einen erfahrenen Verkäufer, der uns gut beraten konnte, unsere Wüsche wahr nah, aber auch bedenken äußerte und uns Alternativen vorstellt. Und da war es nun, wir saßen das erste Mal in unserem piepermobil. Ehrlich gesagt, weiß ich gar nicht, wann wir auf den Namen kamen, dort mit Sicherheit noch nicht. Es fühlte sich tatsächlich auch etwas schnell an. Auf dem Weg nach Hause, “unser” Angebot im Gepäck, telefonierten wir noch mit einer Freundin, die ein ähnliches Modell der gleichen Marke seit einem Jahr fuhr. Sei es mit dem Hersteller, aber auch mit dem Service bei eventuellen Gewährleistungen, war sie mehr als zufrieden.

Am Abend durchforsteten wir mit dem Angebot, noch einmal das Internet. Es gab nirgends ein besseres Angebot. Gepaart mit dem guten Gefühl, auch sehr gut beraten worden zu sein, wollten wir “zuschlagen”. Nun kommt natürlich ein wenig der Kaufmann in uns raus. Wir können unmöglich ein Angebot unverhandelt annehmen. Waren in dem Angebot zwar schon ordentliche Rabatte eingeräumt, dachten wir uns: da muss doch noch was gehen…. Sollte nichts gehen, ist es halt nicht unser Wohnmobil und es soll dann wohl nicht sein. Gesagt getan, ich schrieb per Mail “unserem” Verkäufer ein Gegenangebot. Einerseits zogen wir ein wenig beim Kaufpreis ab, aber das schwierigste am Gegenangebot war unsere Zeitvorgabe. Sagte der Verkäufer beim Gespräch noch: “Ja, das Fahrzeug steht zwar hier, aber es muss ja noch nach Ihren Wünschen umgebaut und angebaut werden und die Werkstatt ist bis November ausgebucht.” Vor Ende November/ Anfang Dezember wird das nichts. Jeder der mich kennt weiß, das geht nicht. Geduld ist ein Vokabular, das in meinem Wortschatz nicht vorkommt. Da kann ich richtig nervig werden. Also setzte ich Ende Juni mit dem Gegenangebot die Lieferfrist auf den 15. Juli.

Was soll ich sagen, es ist alles nach Wunsch akzeptiert worden!

Also los, Versicherung klären, Finanzen final abstimmen, Terminplan erstellen, denn ich hatte mit vielem gerechnet, aber nicht, dass es so kurzfristig klappt. Das brachte uns fast selbst etwas ins schwitzen. Brachte uns aber die (gedachte) Möglichkeit, unser Wohnmobil bei diversen privaten Portalen wie paulcamper, campanda u.ä. noch für die Hoch-Saison anzubieten. Also selbst dort die Registrierung soweit möglich vorbereiten und warten, dass wir noch die benötigten Papiere und Fotos hochladen können, wenn denn unser Wohnmobil da ist.

Am 15. Juli ging es zur Zulassungsstelle, die Papiere hatten wir, nach etwas Druck, gerade noch pünktlich erhalten, danach zur Bank und dann ab nach Bielefeld, unser piepermobil abholen. Dort waren wir um 13.00 Uhr, mit der dortigen Bitte um Pünktlichkeit, verabredet, zwecks umfangreicher Übergabe.

Wer die Wolfenbüttler Zulassungsstelle kennt, weiß, das geht schnell…. nur nicht, wenn ich mit etwas Termindruck da stehe…. aber gut, nach einer Stunde waren wir wieder draußen. Ulrike, unsere Tochter hatte mich begleitet, denn danach ging es zur Bank, um das Geld in bar abzuholen. Ihr fragt euch warum in bar? Manche würden mich eher als unvorsichtig deshalb bezeichnen, aber wer es einmal erlebt hat, Geld für ein Fahrzeug vorab zu überweisen und über Nacht geht ein Autohaus in die Inolvenz, weiß das ich alles andere als unvorsichtig gehandelt habe. Aber ein gewisser “Begleitschutz” in Form von Ulrike, war ganz angenehm.

Endlich mit allem durch, gings nun mit etwas Verspätung endlich nach Bielefeld. Die A2 war gnädig und so kamen wir staufrei mit 20 Minuten Verspätung bei Palmowski an. Dort angekommen, wurden wir prompt bedient und gingen gemeinsam zu unserem piepermobil 🙂

Alles wurde ausführlich erklärt und gezeigt. Wichtig für uns, die wir noch nie mit einem Wohnmobil unterwegs waren. Es ist schon unglaublich, wieviel Technik in so einem “Ding” steckt. Danach wurde abgerechnet und die Verträge ausgetauscht. Den ersten Bedarf an Zubehör hatten wir uns vorab im Internet schon ausgesucht und konnten im angeschlossenen “Campingshop” auch gleich mitnehmen. Jetzt hielt uns nichts mehr. Wir durften die erste Fahrt antreten! Ulrike hatte uns freundlicherweise noch mehr von ihrer Zeit geschenkt und uns nach Bielefeld gefahren, so dass wir die erste Fahrt im piepermobil gemeinsam antreten konnten. Vielen dank Ulrike 🙂

Heile und glücklich zu Hause angekommen

Wir? Ein Wohnmobil??

Für unsere, vielleicht sollte ich lieber sagen für meine Verhältnisse, hat alles gaaaanz lange gedauert. Von der ersten Idee, bis unser piepermobil da ist. Die erste Idee hatte ich schon vor ca. 3 Jahren. Für mich stand fest, ok, das Alter für die Rente ist definitiv nicht gegeben, aber ich hasse den Winter hier in Deutschland. Bzw. man muss das konkretisieren: Winter, die mit ordentlichm Frost, Schnee und der später einsetzenden Sonne einhergehen. Wunderbar! Richtig frostig kalt, dafür glitzernder weißer Schnee in der Sonne, es knirscht unter den Füßen und alles sieht so schön klar und sauber aus. Kann ich gut mit leben. Womit ich aber gar nicht leben kann, ab Oktober, spätestens November alles grau in grau, matschig, dreckig, Pfützen wohin man sieht, es ist kalt und einfach eklig. Eben unser deutsches “Winterwetter”. Viele Jahre sind wir deshalb immer ins weit entfernte Ausland geflogen. Florida, Kenia, Kuba um nur einige Ziele zu nennen. Alles sehr schön, aber auch weit und die Zeit knapp und es blieben immer noch viele Wochen grau in grau in Deutschland. War ich spätestens mit dem erwachsen werden unser Tochter bereit, mein Leben auch gern in andren Gefilden zu leben, war mein Mann eher bodenständig. Weg aus Deutschland? Für immer? Auf gar keinen Fall!

Nun gut, dann halt eine andere Strategie! Für ein paar Monate? Es folgten nun auch keine Begeisterungssprünge, aber zumindest keine gänzliche Ablehnung. Aber wie soll das funktionieren. Mit unserer Firma, den zwei Abteilungen, Personalnot lässt grüßen… Natürlich wäre es das Schönste, wenn wir einfach 3-4 Monate abschließen im Winter und ab März dann wieder die Firma aufschließen, aber das ist utopisch. Welcher Kunde macht das mit? Die Kosten laufen trotzdem weiter usw. Nicht praktikabel! Leider! Also weiter denken, wie kann es gehen.

Im Laufe der Zeit hatten wir viele Ideen und ganz ehrlich? Manchmal kommen einem Geistesblitze, wo man denkt, ja so und nicht anders! Warum sind wir nicht schon früher darauf gekommen? Und dann gibt es doch wieder ein ABER… und es wird wieder verworfen. Mittlerweile ist so viel Zeit vergangen, das klar ist, die Rentenzeit für Thomas ist tatsächlich nicht mehr so weit entfernt und ich werde spätestens mit ihm auch mich vom täglichen Arbeitsleben verabschieden. Wir beide werden wahrscheinlich nie so ganz aufhören (können/wollen), aber uns immer mehr auf Beratung/Support und Design beschränken, was wir von jedem Ort dieser Welt dank Internet und anderen Kommunikationswegen erledigen können. Dieser Grundgedanke war irgendwann in unseren beiden Köpfen verankert. Nicht mehr nicht weniger.

Im Sommer 2018 kam Susan zu uns in die Firma . Eine ehemalige Mitarbeiterin meines Vaters, kam mit ihrem damaligen Freund (heutigem Mann 😉 ). Sie wollten ein paar Dinge gedruckt haben, für ihre neue Firmengründung. Wir quatschten ein wenig und irgendwann kam raus: “wir haben alles verkauft, unser “Haus” steht draußen auf dem Parkplatz, ab heute gehts mobil durch die Welt”! BAM… WOW!!!! Ich war beeindruckt. Das ist doch genau das, was ich die ganze Zeit möchte! Ein kurzer Blick in deren Mobil machte allerdings schnell klar, ok, für mich total cool, aber Thomas bekommt spätestens beim duschen ein echtes Problem 🙂

Da ich nicht davon ausging, das Thomas die nächsten Wochen mal rasch schrumpft oder sich so abhärtet, fortan ausschließlich draußen zukünftig seine Toilette zu erledigen, hab ich vorerst den Gedanken wieder verschoben…. Schade eigentlich.

Hinzu kam, wenn ich jetzt mit einem eigenen Wohnmobil ankomme, läßt er mich einweisen. Natürlich war ihm klar, dass die Kellymusik in meinen Ohren immer Platz finden wird, zu befürchten war aber, dass er das gleich setzt, das ich genauso leben möchte wie die Kelly-Family in Zukunft. Tja, wäre ich alleine…. 😉

Nein Spaß beiseite, ich kann schon auf viele Dinge verzichten, bin aber immer noch der Realist und nicht völlig verschroben, zu glauben, ich kann nun alles inkl. Mann um 180 Grad drehen….

Trotzdem ließ mich die Wohnmobil Idee noch nicht ganz los. Vorerst buchten wir aber über Weihnachten 2018, zwei Wochen Portugal Urlaub. Algarve! Wir flogen hin, hatten ein nettes Hotel, einen kleinen Mietwagen und erkundeten die Gegend. In der Zwischenzeit versuchte ich mich mit dem Medium “INSTAGRAM” zu beschäftigen. Beruflich nicht ganz unwertvoll, muss man sich ja ein wenig vertraut machen. Sicher, wahrscheinlich könnte mir unsere Tochter schnell alles erklären, aber, wer in meinem Alter ist, selbst Kinder hat, der weiß, diese sind nicht immer so aufklärungsfreundlich….. eher unwirsch (wenn sie diesen Satz liest, wird sie bestimmt, denken: “sag ich doch, meine Mama ist/wird alt, wer schreibt schon unwirsch!!!!” 🙂

Also daddele ich so auf meinem Handy, gucke bei Instagram nach neuen “Fallowern” und entdecke ein Bild, was mir seltsam bekannt vorkam. Da stand neben Weihnachtsgrüßen, zwei Dosen Bier im Sand… von Susan gepostet. Seltsam war daran nur, das mir die Biermarke sehr bekannt vorkam, ein portugesisches Bier “Sagres”, was wir hier an der Algarve gerne trinken, die werden doch nicht etwa gerade in Portugal sein???? Schnell angetickert, Antwort bekommen und was soll ich sagen, sie standen mit ihrem Wohnmobil gerade mal 15 km von unserem Hotel entfernt!!! Unglaublich manche Zufälle. Natürlich haben wir uns auch verabredet und getroffen. Einen wunderschönen Tag miteinander verbracht und in Träumen geschwelgt. Träume vom freien Leben, vielleicht auch im Wohnmobil. Überhaupt sind Thomas und mir gerade an der Algarve unglaublich viele Camper begegnet und irgendwie, freundete sich auch Thomas damit an. Zumindest, um damit auch mal zu verreisen. Wie schön 🙂 Der erste Schritt war damit irgendwie gegangen! Wie es weiter geht? Schaut selbst im nächsten Kapitel.

Wir stellen uns vor:

piepermobil? Was ist das?

Im Jahr 1994 haben wir uns selbstständig gemacht.. Zuerst mit einer Druckerei (www.benski.de), im Jahre 2002 kam der Vertrieb, Installation, Support und Reparaturen von Kassensystemen und Zubehör dazu (www.kasse-24.de). Ein stetiges Wachstum der Firma, veranlasste uns neue eigene Räumlichkeiten zu beziehen und 2014 wurde aus der Benski eKfr. die Benski GmbH. Per se etwas ungewöhnlich, beinhaltet die Benski GmbH zwei völlig unterschiedliche Abteilungen. War und ist bis heute die Druckerei eher regional tätig, wurden die Kassensysteme hauptsächlich via Online-Shops verkauft. Der Vertrieb verläuft weltweit.

So haben wir nicht nur in ganz Deutschland verteilt rund 10.000 Kunden, sondern beliefern regelmäßig ins benachbarte Ausland, Österreich und in die Schweiz. Aber auch in Urugay, Iran, Spanien etc. stehen unsere Kassensysteme. Regelmäßig fahren wir auf Kundenwunsch raus und installieren Kassensysteme. Hotelübernachtungen inkl. Eines ist klar, diese stellten sich nicht immer als Volltreffer heraus. Oft liegen Kunden weit abseits, von netten Hotels oder Projekte laufen abends so lange, dass wir zu spät waren, um noch etwas zu essen zu bekommen, unsere benötigte Technik musste mitgeschleppt werden, da sie im Auto zu hohe Begehrlichkeiten weckte etc. Recht langsam aber stetig wuchs die Idee, wir schaffen uns ein Wohnmobil an. Hier können wir alles nach unseren Vorstellungen einrichten, die Technik hat ihren Platz, wir sind unglaublich flexibel bei den Arbeitszeiten, können abends oder morgens, vor den Öffnungszeiten unserer Kunden, Vor und Nachbrereitungen erfüllen usw.

Mobiles Reisen und /oder Camping

spielte bis dato nie eine Rolle in unserem Leben, von daher stellte sich natürlich schnell die Frage, was würde unser „piepermobil“ machen, wenn wir ihn nicht brauchen? Ordnungsgemäß als treuer Steuerzahler, reagieren wir natürlich auf die Forderung des Finanzamtes: eine Firmenanschaffung muss sich immer „rechnen“. Bequemlichkeiten und Praktikabilität zählt dort keinen Pfifferling Also kam uns schnell die Idee, wir eröffenen die dritte Sparte in der Benski GmbH und vermieten unser „piepermobil“ zu den Zeiten, wenn wir ihn nicht benötigen. Auf unser Internetseite stellen wir Euch also unser „piepermobil“ vor, in Bildern und technischen Daten.

Außerdem findet ihr praktische Ratgebervideos, wie unser „piepermobil“ funktioniert. Es gibt einen Buchungskalender, wann er gebucht werden kann, mit den entsprechenden Preisen usw. Im Laufe der Zeit werden wir auch Berichte veröffentlichen, wo wir waren und was wir selbst alles erlebt haben. Gerne könnt ihr als Kunden natürlich auch eure eigenen Videos und Bilder senden, die wir an dieser Stelle gerne veröffentlichen. Lasst uns gemeinsam Spaß am „piepermobil“ haben und diese Seite entsprechend füttern und groß und stark werden lassen.