persönlicher Blog

Der erste Ausflug mit dem piepermobil

Wer meinen persönlichen Blog liest, weiß dass wir unser piepermobil am 15. Juli abgeholt haben. Das passte perfekt in unsere Urlaubsplanung. Ab 20. Juli hatten wir Betriebsulaub und konnten so, vorab noch ein wenig einrichten und dann überlegen, wo soll es denn hingehen. Mit Camping hatte Thomas bisher nichts zu tun, einzig in der Bundeswehrzeit, beim ableisten des Wehrdienstes, wurde er mal “gezwungen”, unter einer Zeltplane zu schlafen. Ich meine mich an Erzählungen erinnern zu können, dass er sich am Folgetag, Dienstunfähig hat schreiben lassen.

Foto von 1990, anstreichen des Wohnwagens

Ich hatte bis dato auch wenig mit Camping zu tun. Kurz nach Grenzöffnung haben mein damaliger Mann und ich mal für 50,00 DM! einen Wohnwagen gekauft. Diesen mit Farbe und ein wenig Stoff “aufgehübscht” und ihn mittels eines (fast) PS-losen alten Golf nach Warnemünde gezogen und ihn dort auf einem Parkplatz, in der Nähe der Promenade abzustellen. Der Wohnwagen stand dann vom Frühjahr bis Herbst dort und gekostet hat das damals 2 Dosen Feldschlösschen Bier für den Parkplatzwächter. Unglaublich heutzutage! Aber gut, die Wochenenden sind wir damals oft hochgefahren, lagen dann am Strand und genossen das Leben. Der Wohnwagen diente ausschließlich zum schlafen. Mehr wat da auch nicht möglich. Wasser oder gar Strom? Das gabs da noch nicht. Es war ein Parkplatz und nicht mit den heutigen Stellplätzen zu vergleichen. Ehrlich gesagt, weiß ich heute auch nicht mehr, oder ich habe es verdrängt, wie man seine natürlichen Bedürfnisse losgeworden ist….. Aber gut, ich will nicht abschweifen, sondern zu unserem ersten Ziel kommen:

Natürlich haben wir beim ersten Trip gedacht, ok einfach losfahren und mal sehen, wo uns die Reise hinführt. Mit dem piepermobil sind wir autark, wir brauchen nichts, wir haben alles. Strom, Wasser, Toilette, Dusche und was zu essen inkl. Aber…. wir fahren das erste Mal, wir kennen unser piepermobil noch gar nicht, wir haben unsere “Happy” mit, die nächsten Tage wird es mächtig heiß und es ist Hochsaison. Na gut, dann halt doch spießig, Ziel vorab aussuchen, zumindest die Richtig. Dann sind wir auf diverse APPs gestoßen, die man perfekt nutzen kann, um unterwegs zu gucken, wo ist noch etwas frei und was bietet der Platz. Am Tag der Abreise, haben wir genau diese Apps nochmal gecheckt und festgestellt, in die Richtung, wo es uns hinzieht, sind Campingplätze so riesig, dass sie für 2.000 und mehr Caravans Platz bieten. NEIN, das ist uns zuviel. Wir wollten gern an Wasser, die Ostsee erschien uns perfekt und aus der Erinnerung, fand ich Warnemünde und Umgebung reizvoll, aber beim ersten Camping auf einen soooo riesigen Platz, da hatte ich doch ein wenig bammel. Also noch etwas weiter und Bewertungen und Beschreibung, ließen uns beim Naturcamp Pruchten, hellhörig werden.

Da es vermeintlich das Einzige weit und breit in der Gegend war, was unseren Vorstellungen entsprach, rief ich noch morgens vor Fahrtbeginn an und fragte nach einem Platz für uns. “Kein Problem, kommen Sie mal rum”, sagte eine freundliche Stimme am anderen Ende der Leitung. Bepackt und aufgetankt fuhren wir also los, Richtung Pruchten.

Wir fuhren gemütlich los, Happy hatten wir die vorherigen Tage schon etwas an das ungewöhnlich schaukelnde Riesenschiff gewöhnt, trotzdem als erster Tipp für alle Hundebesitzer: findet einen festen Platz und schnallt den Hund an. Selbst wenn dein “Fiffi” nur ein paar Kilo wiegt, bei einer Gefahrenbremsung, kann es zum ungewollten Geschoss werden, der nicht nur für “Fiffi” schnell tödlich endet, vielmehr auch Fahrer und Mitfahrer aufs schwerste verletzten kann. Im Vorfeld hatten wir schon Tage diskutiert, Thema rauchen! Ich bin “Extrem”-Raucher, am liebsten beim arbeiten und Autofahren. Bisher hieß das Fenster auf und für Abzug sorgen. Da aber Thomas Nichtraucher ist und vor allem unsere liebe Tochter Ulrike, mir immer wieder versicherten, “Dein Fenster auf, ist nur eine bequeme Ausrede, es stinkt trotzdem im Auto”, habe ich mich geschlagen gegeben. Schließlich möchte ich keinem Mieter vom piepermobil zumuten, dass unser piepermobil nach Rauch stinkt. Also, Pausen einplanen. Würde eigentlich bei mir heißen, alle halbe Stunde anhalten, aber manchmal kann ich mich auch zusammenreißen.

Die erste Pause legten wir ungefähr auf halber Strecke ein. Thomas hatte Hunger, Happy musste mal raus und ich wollte eine rauchen. Nach gut 5 Stunden erreichten wir unser Ziel. Dort angekommen, gab es vor der Rezeption viele Parkplätze, so dass ich schnell reinhuschen und unseren Platz buchen konnte. Leichter gesagt als getan, der Platz war im Laufe des Tages ordentlich gefüllt worden, einen Platz konnten wir noch ergattern, mit dem Hinweis, am nächsten Tag wüssten sie noch nicht, aber ich sollte mal vorbeikommen. Liebe Leute, das geht gar nicht! Wenn ich morgens irgendwo anrufe, etwas reservieren möchte und man sagt mir, komm al rum, so gehe ich davon aus, das das dann auch klappt. Es hätte geklappt, wenn man rechtzeitig fest reserviert hätte. Die Begrifflichkeit rechtzeitig, konnte mir dort nur leider keiner erklären. Morgens anrufen, ist nie eine Reservierung, jedenfalls im Naturpark Pruchten. Schade eigentlich, einen Punkt ziehe ich für dieses undurchsichtige Prozedere leider ab. Unsern Platz haben wir Dank der mitggegbenen Übersichtskarte dann schnell gefunden.

Nun hieß es das erste Mal auspacken und aufbauen

Unter Beobachtung der ganzen Nachbarschaft. Die Stellplätze sind zwar ausreichend groß, ca. 80 – 100 m², aber alle haben natürlich Zeit und freuen sich auf Abwechslung. Wenn man das ganze schon oft gemacht hat, sicher kein Problem, aber das erste Mal Markise ausrollen, natürlich fällt einem dann der Griff ständig ab, peinlich… die Stühle habe ich mir als nächstes aus der Garage geholt, aufklappen kann ich… gut! Also wagen wir uns an den Tisch. Nun muss man wissen, dass Geduld nicht unbedingt die ausgeprägteste Eigenschaft von mir ist, Thomas, nun ja, ich sag mal so, wenn was nicht klappt, einpacken, wegschmeißen, taugt nichts. Diese gemeinsame Konstellation hat schon viele in ungläubiges staunen versetzt. Wir beide gelten nach außen als harmonisch. Kein Wunder, wir kennen uns schon so lange, dass jeder weiß, was man gemeinsam lieber vermeiden sollte.

Das funktioniert aber beim Camping nicht, wenn man zu zweit da ist und nur von einem riesigen schwarzen Mosterhund (Happy), die alles was sich uns nähert, auffressen möchte, begleitet wird. Also OOOOOHHHHMMM … “Schatzi? weißt du, wie das mit dem Tisch geht?” versuchte ich zu säuseln, mit einem bittersüßem lächeln. Ich wollte nur klar machen, ich bin hier gerade überfordert, du wirst das auch gleich sein, aber lass uns bitte keine Szene aufs Parkett legen, auch wenn uns hier niemand kennt! Unter der strengen Beobachtung, oder bildet man sich das nur ein?, wurschtelten wir uns ein wenig zurecht und tata… wir bauten den Tisch auf. Dann noch schnell mit dem Hund ne Runde und erste Getränke im angeschlossenen Mini-Markt erstehen. Hier muss ich gleich mein erstes Vorurteil begraben und ein fettes Lob aussprechen. Dieser Mini-Markt hatte alles, was man auf so einem Platz braucht und das zu Preisen, fast wie bei Lidl, Aldi oder sonst ein Discounter. Ich hatte mit dicken Kioskpreisen gerechnet, aber das ist hier wirklich sehr fair. Man kann sich für den nächsten Morgen Brötchen bestellen, für die die es nicht getan haben, werden aber auch einige noch vorgehalten. Danke, ich gehörte zumindet am ersten Morgen dazu…

Dann wieder zurück zum piepermobil. Es stand noch ein kleiner Herzenzwunsch auf meinem Programm. Meine Eintracht spielte heute abend und es wurde Live im Free TV übertragen. Also ganz cool, das hatten wir zu Hause schon ausprobiert, den Fernseher rausgezogen, positioniert, 2 Knöpfe gedrückt und schon ertönte ein leises brummen auf unserem Dach und die Satelitenanlage suchte sich automatisch ihre Position. Cool! programm gesucht und den Sieg von Eintracht gegen Magdeburg genossen. Geiler Saisonstart! Danach gingen wir erst raus und setzten uns an den zuvor aufgebauten Tisch und was jetzt folgte, waren ???? Was machen wir hier eigentlich? Wir haben zu Hause einen wunderbaren Garten, wir haben einen Schwimmteich, wir haben den nächsten Nachbarn nicht in sichtnähe und hier???? 😉

Essen, das hilft immer

Unser Grill war leider noch nicht angekommen, Lust zu kochen hatten wir eh nicht, also mal das Restaurant austesten, welches am Campingplatz neben dem Mini Markt beherbergt ist. Auch hier muss ich sagen, gute und vor allem preiswerte Küche, sehr angenehm. Allerdings ist unsere Happy zu Hause selten beim Restaurantbesuch dabei. Sie ist kein ganz einfacher Hund, bedingt durch eine schwierige Vergangenheit. Um Stress zu vermeiden, bleibt sie dann meist zu Hause. Aber im piepermobil wollten wir Sie nicht lassen. Also suchten wir auf der Außenterasse uns ein Plätzchen, etwas abseits. Wie schon erwähnt, die vergangenen Tage waren heiß und klar, irgendwann endet diese Periode. Wie? Natürlich mit einem ordentlichen Regenschauer. Unser Campingstart hat uns nicht gerade sehr glückliche Gesichter gezaubert

Dafür das Essen dann umso mehr

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